Zeugnisse jüdischen Leben

Heimatforschung - Johann Fleischmann stellt sein neues Buch vor.

Mühlhausen/Aschbach - „Ich wusste, dass es dieses Bild in Aschbach gibt. Ich habe es aber nie bekommen“, erzählt Johann Fleischmann. Der Mühlhausener, Gründer des Arbeitskreises „Jüdische Landgemeinden an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach“ beschäftigt sich seit Jahren mit der jüdischen Vergangenheit in der Region. Jetzt veröffentlicht er „Mesusa 8“, sein neues Buch über die jüdische Vergangenheit von Walsdorf, Lonnerstadt, Aschbach und weiteren Orten in Franken.

Johann Fleischmann (rechts) mit seinem Schulfreund Hans Rückel vor dem Davidsbrunnen auf dem Marktplatz von Mühlhausen. Der Brunnen ist nach David Reizenstein benannt. Das Haus der Familie stand dahinter auf dem Platz der alten Post. Evi Seeger

An das Foto aus Aschbach ist Johann Fleischmann doch noch gekommen. Es handelt sich um eine Aufnahme „der vorläufig festgenommenen Juden aus Aschbach“ vom 10. November 1938, dem Tag nach der Reichspogromnacht. Die neun verhafteten Aschbacher kamen zunächst nach Bamberg. Die fünf unter 65 Jahre alten „Schutzhäftlinge“ wurden später nach Dachau deportiert, ist nachzulesen. Vier von ihnen waren bis Jahresende wieder zurück in Aschbach. Einer – Max Sußmann – kam im März 1939 im Sarg zurück in die Heimat.