Wertvolle Aufzeichnungen

Zeitgeschichte - Zur Mühlhausener Kirchweih widmet sich eine Ausstellung im Archiv des Heimatvereins Reicher Ebrachgrund dem Leben und Werk des Heimatforschers Johann Fleischmann.

Anna Bär und ihre Schwester Gertrud (nicht im Bild) richten mit Thomas Simon (Zweiter von rechts) die Ausstellung im Archiv des Heimatvereins ein.  Foto: Evi Seeger

Mühlhausen -  Durch seine Forschungen hatte er ein Netzwerk an Kontakten über die ganze Welt gespannt. Am 25. November 2013 schloss er die Augen für immer. Der Mühlhausener Heimatforscher Hans Fleischmann widmete sich besonders der Erforschung der jüdischen Landgemeinden an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach. „Seine Aufzeichnungen sind von unermesslichem Wert“, sagte der ehemalige Landrat Eberhard Irlinger über das Werk Johann Fleischmanns. Zur Mühlhausener Kirchweih widmet sich eine Ausstellung im Archiv des Heimatvereins Reicher Ebrachgrund dem Leben und Werk von Johann Fleischmann. Drei Menschen, die ihm nahestanden und viel mit ihm gearbeitet haben, haben die Ausstellung zusammengetragen und organisiert: die Schwestern Anna und Gertrud Bär aus Mühlhausen und Thomas Simon vom Heimatverein Reicher Ebrachgrund.

Feierliche Enthüllung „Wir sind chronologisch vorgegangen“, erläutern die Bär-Schwestern den Aufbau der Ausstellung. Am Anfang steht das Mahnmal auf dem Kirchenvorplatz, als dessen geistigen Vater man Johann Fleischmann sehen darf. Schon Jahre zuvor hatte er die Aufstellung eines Gedenksteins angeregt. Als in den 90er-Jahren der Kirchenumgriff neu gestaltet wurde, sollte auch ein neues Ehrenmal geschaffen werden. Anna und Gertrud Bär arbeiteten mit Johann Fleischmann in der „Initiative Denkmal“ zusammen, sammelten in viel Kleinarbeit Namen von gefallenen oder vermissten Mitbürgern. Neben den Opfern beider Weltkriege sollten auf Fleischmanns Initiative auch die Namen der jüdischen Mitbürger eingemeißelt werden, die durch den Holocaust ums Leben kamen. Am Volkstrauertag 1996 wurde das Memorial feierlich enthüllt: „Zwei Granitblöcke, der kleinere aus dem größeren herausgetrennt, sollen das Herausreißen der jüdischen Gemeinde und der jüdischen Bürger aus der Dorfgemeinschaft darstellen“, beschreibt Johann Fleischmann selbst das Mahnmal im Heimatboten 1998. 

Im Heimatboten, dem Jahrbuch des Heimatvereins Reicher Ebrachgrund, hat Fleischmann unzählige Artikel veröffentlicht. Er hat die Chronik von Mühlhausen geschrieben, zur Tausendjahrfeier drei Ausstellungen samt Vorträgen organisiert und ein Theaterstück für Kinder verfasst. Publikationen gibt es auch über die Kindergärten von Mühlhausen und Adelsdorf.

Sein bedeutendster Nachlass dürften jedoch seine neun Bücher der „Mesusa“-Reihe sein. Für jedes von ihnen steht in der Ausstellung eine Stellwand zur Verfügung. Fotos und Zeitungsausschnitte berichten von Begegnungen und der Arbeit des Forschers sowie über Auszeichnungen, die Fleischmann auf nationaler und internationaler Ebene erhalten hat.

Quelle: www.infranken.de
von Evi Seeger
Foto: Evi Seeger