Montag, 6. September 2010
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Mesusa 7 - „Zurück in Adelsdorf erfuhren wir Freundlichkeit“ |
 Baruchs Tochter Miri (links) liest ihr Vorwort für das Buch, rechts Johann Fleischmann
| Adelsdorf - Die Sitzplätze im Theater Kuckucksheim reichten kaum aus, als die Vorstellung des Buches „Mesusa 7“ auf dem Programm stand. Neben vielen Mitgliedern des Arbeitskreises kamen geladene Gäste wie Stefan Müller (MdB/CSU), Heide Mattischeck, ehemalige SDP-Bundestagsabgeordnete und Altbürgermeister Armin Goß aus Adelsdorf, aber auch viele, die „nur“ von diesem Ereignis erfahren hatten. Fleischmann freute sich, so ein großes Publikum zur Buchvorstellung begrüßen zu dürfen. Baruchs Kinder hatten ihren Vater so weit gebracht, dass er seine Erinnerungen aufschreiben ließ . 30 Exemplare wurden in hebräischer Sprache gedruckt. Da alles in Hebräisch geschrieben war fand es Johann Fleischmann wichtig, dass die Erzählung auch ins Deutsche übersetzt wird. Das Ehepaar Sylvia und Heribert Schmitz besorgten dies ohne jegliche Kosten für den Arbeitskreis. Eigentlich wollte er genau im Moment der Begrüßung live mit Baruch Ron telefonieren, aber dieser lehnte ab, weil er nicht so öffentlich „ins Stottern“ kommen wollte, verriet Fleischmann. |
„Jede Generation und jeder Einzelne von uns muss für sich selbst einen Weg finden zur Aufarbeitung dessen, was sich vor über 70 Jahren bei uns ereignet hat! Es gibt immer noch viel zu tun und unser Arbeitskreis befindet sich auf einem guten Weg dahin“, betonte Fleischmann und stellte die Arbeit seines Gremiums kurz vor.
Kügel sing jiddisches Lied Vier Mitglieder des Arbeitskreises lasen aus der fränkisch-jüdischen Familientragödie einige wichtige Passagen vor, musikalisch einfühlsam mit dem Saxophon umrahmt von Brigitte Meidel. Christiane Kolbet , Stefan Kügel, Lothar Lehmann und Helmut Haberkamm brachten eindrucksvoll den Zuhörern die Geschichte nahe. Kügel sang ein jiddisches Lied aus seinem Stück: „Oj, dortn, dortn, iberm waserl“ (Ach dort, dort, über dem Wasser), welches die Enkelin Noa ausgesucht hatte. Ergriffene Stille herrschte in dieser Zeit im kleinen Theater. Fleischmann bedankte sich im Anschluss bei den Lesern. „Ich hoffe, dass die Botschaft des Buches rüberkommt.“ David Wahl, als der Älteste der Cousins, ergriff das Wort: „Jedes Mal, wenn die Geschichte erzählt wird, und jedes Mal, wenn wir uns erinnern, gelangen wir auf eine höhere Ebene der Verarbeitung und der Annäherung.“ 1996 war David zum ersten Mal mit seiner Mutter und den beiden Brüdern in Adelsdorf. Wenige Jahre später kam er zur Errichtung des Gedenksteines auf dem Zeckerner Judenfriedhof, „dem guten Ort von Zeckern“, und im Jahr 2000 besuchte er wieder Adelsdorf zur Einweihung des dortigen Gedenksteines. Nun gab es abermals einen Grund: Die Vorstellung der Memoiren seines Onkels. „This man is my hero“ (dieser Mann ist mein Vorbild), sagte er ergriffen. „Wie viel hat er durchgemacht hat und trotzdem hat er seinen Weg gefunden. Immer hatte er unter der Verantwortung gelitten, dass er damals als 16-Jähriger seine Mutter und Geschwister nicht retten konnte. |  Yoav (links) übersetzt den Eintrag im Goldenen Buch ins Hebräische, rechts Bürgermeister FischkalJohanna Blum
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Heribert Schmitz stellte seine „Deutsch-Israelische Gesellschaft Nürnberg/Mittelfranken vor, deren Vorsitzender er ist. „Wir müssen noch viel mehr Aufklärungsarbeit z.B. an Schulen leisten. Es geht um das Existenzrecht Israels, das manchmal richtiggehend demontiert wird“, erklärte er. Da Baruch Ron kein Geschenk möchte, verriet Johann Fleischmann, dass vom Besuch der jüdischen Freunde eine DVD erstellt wird und Baruch, Schlomoh und Rosi je ein Exemplar bekommen. Noch lange unterhielten sich die jüdischen Gäste mit ihren deutschen Freunden. Die Zeit des Besuches war viel zu schnell vergangen. Am Montag in aller Frühe machte sich die Gruppe wieder auf den Heimweg. Quelle: www.infranken.de von Johanna Blum |
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